Im Orang-Utan-Haus des Dresdner Zood wurden drei neues Mitglieder begrüßt: Eine junge Familie von Brillenlanguren, bestehend aus dem Achtjährigen namens Apollo, seiner Vierzehnjährigen Partnerin Latura sowie ihrem Neugeborenen Felipe, der genau am vorigen Jahrkindertag zur Welt kam. Die Tierpfleger vom Dresdener Zoo holen diese Tiere am 9. April beim Artenschutzzentrum Grasleben in Niedersachen ab. Seit ihrer Ankunft hatten sie genügend Zeit, um sich wunderbar auf ihr neues Heim einzulegen.
Brillenlanguren gehören zur Familie der schlanken Äffchen. In deutschen Sprachräumen bekommen sie diesen Namen wegen der auffällig hellen Kreise rund um ihre Augen, welche an Brillengläser erinnern. Ihre natürliche Heimat ist das Gebiet der tropicalen Regenwälder auf der malaysischen Halbinsel sowie in Myanmar und Thailand.
Die nachtaktivierten Tiere stehen stark unter Druck infolge der Zerstörung ihrer Lebensräume sowie aufgrund des Jagens. In Europa sind sie bislang eher selten – außer im Dresdener Zoo gibt es nur zwei weiteren Haltungen in Deutschland und drei zusätzliche inEngland.
Affen, die ausnahmsweise besonders freundlich sind.
Apollo, Latura und Felipe ernährten sich hauptsächlich von Blättern, genau wie andere Brillenlanguren. Ihren bevorzugten Delikatessen gehören hierbei Weiden-, Himbeerrohrlaub sowie Brennnesselblätter. Während des Herbsts und Winters verwenden die Betreuer oftgefrorene oder getrocknete Pflanzenteile. Darüber hinaus essen sie Früchte, Gemüse, Samenkörner und Kleintiere. Aufgrund ihres viertürigen Magsystems, das sie vergleichbar mit Ruminanten macht, benötigt es diese Primaten mehrere Male am Tag Ernährungsaufwand.
Gegenteil von vielen anderen Meerkatzen zeigen Brillenlanguren eine außergewöhnlich freundliche und unkomplizierte Natur, wie der Senior-Kurator Matthias Hendel erklärt. Trotzdem teilen sie mit anderen Tierarten ihresgleichen ihre große Aktivität und Neugierde, wodurch sie auch heute schon ein herausragendes Anziehungspunkt im Zoolage Dresden darstellen.