Lange Zeit wurde unter Pilzkopf eine bestimmte Frisur verstanden: einen scheitellosen, champignonartigen Lockenkopf, der hauptsächlich von Pop- und Rockmusikern seither populär war, insbesondere seit den ersten großen Erfolgen der Beatles. Diese Frisur galt meist als unauffällig bei Menschen, die ihrer Unterhaltungsarbeit nachgingen.
Im Filmmachen basierend auf dem Videospiele „The Last of Us“ haben die Charaktere oben vom Nasenansatz an tatsächliche pilzförmige Strukturen, ähnlich wie Schleimpilze, statt ihrer Haare. Diese Pilze haben ihnen das Sehvermögen genommen, doch durch ein außergewöhnliches Hörvermögen kompensieren sie diesen Mangel. Die Figuren sind schnell beim Laufen und produzieren laute Geräusche, wenn ihre Hälseborsten steif nach hinten abstehen. Zudem beißen sie zu, wobei Bisse gefährlich sein können.
Diese Art von Pilzköpfen ist unterhaltsam nur für Menschen, die sie über den Bildschirm eines TV-Gerätes wahrnehmen.
„The Last of Us“ kehrt nach zweijähriger Abwesenheit zurück — eine Serie, die von Millionen Anbetern als die beste Verfilmung eines Spiels ever bejubelt wird. Dennoch haben einige Kritiker sie wegen ähnlicher Handlungsmuster zu „The Walking Dead“ („TWD“), aber ohne Zombies und Wiederauferstandene, heruntergespielt. Die Erstinie führte bei den Zahlen mit durchschnittlich 30,4 Mio. Zuschauern pro Folge an, was das beliebteste Programm seit Ende der letzten Staffel von „Game of Thrones“ (“GoT”) machte.
Die Entwickler der Serie haben sich von einem boshaften Parasiten inspirieren lassen.
Eine Epidemie verändert Menschen so, dass sie zu Monstern werden, welche vier unterschiedliche Entwicklungsschritte durchmachen, alle voneinander abhängig und gleichzeitig bedrohlich sind. Diese Idee wurde den Spieleentwicklern von Ophiocordyceps unilateralis inspiriert, einer besonderen Art Pilz bekannt für seine ungewöhnlichen Eigenschaften. Dieser Pilz sprießt auf der Außenhülle von Ameisen aus und nimmt die Kontrolle über ihren Körper ein. Auf Befehl des Pilzes beisst die Ameise sich an einem Ort fest, der ihm förderlicher ist, um dann dort zu sterben.
Der tödliche Pilz aus "The Last of Us" hat jetzt in dem Mädchen Ellie eine mögliche Retterin entdeckt: Sie ist resistent gegen die Infektion und könnte im Labor in Salt Lake City ein Heilmittel für die ganze Welt herstellen. Als Ellies pflichtbewusster Beschützer Joel bemerkte, dass sie für diese Forschungen opfern müsste, verletzte oder tötete er 18 Mitglieder der sogenannten Feuermacher-Gruppe sowie einen Wissenschaftler. Seine Tochter Abby (gespielt von Kaitlyn Dever), entscheidet sich daraufhin, Joel mit seinen eigenen Methoden zu begegnen und ihm Angst einzujagen.
Die dritte Folge beschreibt den Konflikt zwischen verschiedenen Altersgruppen sowie das Thema Rache.
Die zweite Staffel beginnt fünf Jahre nach dem Abschluss der ersten Staffel und handelt vom Rachezug. Es geht auch um einen Konflikt zwischen Generationen. Ellie und Joel (gespielt von den "GoT"-Darstellern Bella Ramsey und Pedro Pascal) haben sich in Jackson niederlassen können, wo sie Teil einer Gemeinde sind, die unter der Leitung von Joels Bruder Tommy (dargestellt von Gabriel Luna) und seiner Frau Maria (von Rutina Wesley gespielt) versucht, einen neuen Anfang zu wagen.
Joel wird versuchen, Ellie zu schützen und weiterhin alles über sie herauszufinden, obwohl das 19-jährige Mädchen darauf bestehen möchte, dass sie machen kann, was immer sie will und Geheimnisse hat - wie zum Beispiel ihre Beziehung mit Dina (Isabela Merced). Zusammen jagen sie Abby. Es geht um den Übergang ins Erwachsenwerden. Oder auch: den Zorn des Überlebens. Ihre Suche führt sie nach Seattle.
Bürgerwehren und fromme Begeisterer bieten wenige Anlass zur Optimismus hinsichtlich der Zukunft.
In einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen kämpft die Miliz der Washington Liberation Front gegen das reguläre US-Militär und nutzt dabei ebenfalls Waffen und Folterung. Ihren Gegenspielern sind die Seraphiten gegenübergestellt, bekannt als Scars wegen ihrer Gesichtsnarben – religiös motivierte Anhänger, die ihre Kommunikation hauptsächlich durch Pfiffsignale führen und deren Territorium man besser meiden sollte. Ähnlich wie in "The Walking Dead" ("TWD") stoßen sozialgemeinnützige Ansätze hier an ihre Grenzen, wobei kein glaubhaftes Zukunftsideal außerhalb dessen sichtbar wird, was schon dagewesen oder diskreditiert wurde. Das Meisterstück von "The Last of Us", ebenso wie bei den ersten Staffelserfolgen von "TWD", liegt darin begründet, wie präzise Menschenverhalten im ständigen Notstandsmodus dargestellt wird.
Vor dem Hintergrund der rührenden Menschenwelt wirken die Befallenen zunächst fast wie bloße Horrormotive aus Folklore, dargestellt durch maskierte Akteure, welche hin und wieder unerwartete Schockmomente verursachen mit ihren Geräuschen und schrillem Gebrüll. Aber dies ist trügerisch: Bereits ab der zweiten Folge kriechen sie aus einer Schneeschicht hervor, wo sie gerade noch wie gefrorene Leichname wirkten. Dies ist ein beeindruckender Moment, in welchem sich zeigt, dass diese Wesen nicht einfach eine formlose, übermächtige Horde wie die Zombie-Infektion in "The Walking Dead" darstellen, sondern scheinbar miteinander kommunizieren können und Schwachpunkte identifizieren.
Als Zuschauer muss man mehrmals sehr widerstandsfähig sein.
Werdet ihr dieses Mal Darling sterben sehen? Die Anhänger der "The Last of Us"-Spiele kennen die Ereignisse, die in der Staffel auf sie warten, welche auf Abschnitten aus dem Spiel "The Last of Us Part II" basiert. Die erste Staffel folgte treu den Handlungen des Videospiels von Naughty Dog. Bei der zweiten Staffel bleibt es auch dabei, dass keine frei erfundene Erzählung durch die Showrunner Craig Mazin und Neil Druckmann hinzugefügt wird. Alles, was man sagen kann: Ihr müsst mehrmals unglaublichen Mut zeigen müssen.
Im Jahr 2033, zwei Jahrzehnte nachdem die Seuche ausbrach, eroberten Moose, Flechten und Rankengewächse Straßen und Städte, füllten sie mit einer zauberhaften Melancholie, die einen für immer gefesselt hält – wie Schneewittchens Schlummer dauerte es vielleicht sogar noch länger als nur 100 Jahre.
Trotz dieses Bildes hätte es gerne noch neun Episoden gegeben anstatt nur sieben. Eine zweijährige Wartezeit für alle wäre wirklich viel verlangt – besonders nach einem so beeindruckenden Abschluss.
„The Last of Us“, Staffel zwei, Sieben Episoden, die von Craig Mazin und Neil Druckmann entwickelt wurden, mit einem Cast unter anderem aus Bella Ramsey, Isabela Merced, Pedro Pascal, Young Mozino, Kaitlyn Dever, Gabriel Luna, Rutina Wesley, Tati Gabrielle Catherine O'Hara sowie Jeffrey Wright und Alanna Ubach (ab dem 14. April auf Sky/Wow zu sehen).